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Der Stuhl Trix

Der Stuhl Trix

« Der traditionelle Brettstuhl modern interpretiert »

Aus den Bauernhäusern und Berghütten der Alpen ist er nicht wegzudenken: der Brettstuhl. Der traditionelle Holzstuhl mit vier schrägen Beinen und verzierter Rückenlehne gehört zum Bergurlaub wie das Moin Moin an die Küste. In überarbeiteter Form bringt der Stuhl Trix Alpenchic ins Flachland. Wir wollen wissen: Aus welchem Holz ist der moderne Bauernstuhl geschnitzt?

Eine kurze Geschichte des Sitzens

Lange Zeit saß der Mensch auf dem bloßen Erdboden. Wo es kalt war, wurden Felle, Matten, Decken und später Teppiche untergelegt. Sitzmöbel blieben für Jahrhunderte der herrschenden Klasse vorbehalten. In Europa halten ab dem Mittelalter Hocker und Bänke Einzug in die Bauernhäuser. Die bequemeren Möbel mit Lehne bleiben jedoch bis ins 16. Jahrhundert hinein überwiegend den Gutsherren, Geistlichen und anderen hochgestellten Personen vorbehalten.

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Die oft virtuos verzierten Lehnsessel mit Sitzpolster waren aufwendig herzustellen und für die einfachen Leute nahezu unbezahlbar. Ein eleganter Stuhl oder Sessel war für Adel und Klerus nicht nur Sitzgelegenheit, sondern auch Statussymbol. Das liegt bereits im Worte selbst: Das althochdeutsche „stuol“ bezeichnet nicht nur einen Sitz, sondern auch den reich verzierten Thron der Regierenden.

Vom Hocker über den Brettstuhl bis zum Freischwinger

In den Berghütten und Bauernhäusern sah die Welt anders aus. Alpine Möbel der damaligen Zeit mussten vor allem robust und praktisch sein. Man denke nur an den Melkschemel oder an den rustikalen Bauernstuhl. Darauf wurde nicht gethront, sondern gearbeitet und zum Essen Platz genommen. Im Bereich der Möbeltischlerei kam es im Laufe der Zeit zur Spezialisierung. So entstand der Beruf des Stuhlmachers.

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Bis ins frühe 15. Jahrhundert lässt sich der Familienname Stuhlmacher zurückverfolgen. Der Name bezeichnet ein Berufsbild, das heutzutage nahezu ausgestorben ist. Restauratoren und Polsterer arbeiten meist zusammen, um antike Sitzmöbel wiederaufzuarbeiten. Denn wo früher noch von Hand gesägt, gedrechselt und geschnitzt wurde, geht inzwischen meist die Maschine ans Werk. Mit der Industrialisierung wird das Sitzen auf Stühlen für die breite Masse erschwinglich. Ausgefeilte Schnitzarbeiten und andere raffinierte Details wie die für Brettstühle typischen dekupierten Rückenlehnen werden zur Seltenheit. Denn moderne Stühle werden meist einfach zusammengeschraubt oder -genagelt – inzwischen gerne auch vom Käufer selbst. Aufwendige Zapfenverbindungen wie die Schwalbenschwanzzinkung sucht man im Möbelhaus daher meist vergebens.

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Bei traditionellen Brettstühlen verbindet ein Schwalbenschwanz die Stuhlbeine mit dem Sitzblatt. Das sorgt für langlebigen Halt, weil das Holz arbeiten kann, ohne sich zu verziehen. Dass aber selbst industriell gefertigte Stühle etwas für das Auge bieten können, haben die Bauhausdesigner im 20. Jahrhundert bewiesen. Mit dem Leitsatz „Die Form folgt der Funktion“ ist eine schlichte Ästhetik entstanden, die als zeitlos schön empfunden wird. So gilt der Freischwinger vom Wartezimmer bis zum Büro als moderner Designklassiker.

Stuhl Trix – Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne

Doch lassen sich Moderne und Tradition nahtlos miteinander verknüpfen? Wenn man den Stuhl Trix von der Designerin Sabine Bischof ansieht, ist die Antwort ein klares Ja. Die Wahlallgäuerin ist von der Elbstadt Hamburg gewissermaßen gegen den Strom geschwommen, als sie die alpinen Brettstühlen einem zeitgenössischen Makeover unterzogen hat.

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Das Modell „Trix“ verbindet geradliniges Design nach Bauhaus-Art mit der rustikalen Romantik alpiner Möbel. In der Neuauflage des Brettstuhls vereinen sich bewährte Handwerkskunst und funktionaler Chic nach Arne Jacobsen. Der dänische Designer wird dem Funktionalismus zugeordnet und hat starke Bezüge zum Bauhaus. Neben dem „Ei“ und dem „Schwan“ gilt der Formholzstuhl von Arne Jacobsen bis heute als Design-Ikone der Sitzmöbel.

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Dem Stuhl Trix leiht der moderne Formholzstuhl seine geschwungene Sitzschale aus Buchensperrholz. Von der Sitzschale einmal abgesehen ist das modern-alpine Möbelstück massiv, denn das Gestell entsteht in Handarbeit aus gedrechselter Eiche.

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Holz, Handwerk und Herz zeichnen den Stuhl Trix folglich aus. Denn an ein besonderes Detail hat die Designerin gedacht: das dekupierte Herz in der Rückenlehne. Mit dem herzigen Griffloch in der Rückenlehne und auf soliden Beinen stehend, verneigt sich der Designerstuhl vor dem Holzmöbel, wie es seit Jahrhunderten nach alter Handwerkskunst im Alpenraum geschreinert wird. Die neue leicht federnde Sitzschale bietet hervorragenden Komfort. Dazu kommen Farbtöne, die den modernen Brettstuhl zum Blickfang machen.

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Der Hingucker zum Hinsetzen ist in den Farben Weiß, Anthrazit, Mintgrün und Rot zu haben. Beheimatet ist der von Sabine Bischof entworfene Designerstuhl im Bregenzerwald. Im österreichischen Schwarzenberg wird er von Schmidinger Möbelbau gefertigt.

Trix – ein Stuhl zwischen den Stühlen aus den Alpen

Zwischen traditionellem Bauernstuhl und dem Formholzstuhl der klassischen Moderne nimmt das Modell „Trix“ Platz. Damit fügt sich das Möbel harmonisch in den modernen Landhaus- und Alpenstil ein, macht aber auch in einer Retro-Einrichtung eine gute Figur.

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Damit der Trix nicht als Exot dasteht, können Sie mit alpinen Wohnaccessoires einen roten Faden durch die Einrichtung spinnen. Modern eingerichtete Zimmer erhalten durch geschnitzte Holzdeko, praktische Aufbewahrung aus Filz und flauschiges Lammfell einen Hauch von Alpencharme. Hüttenzauber und geradliniges Design gehen dabei Hand in Hand und schaffen auf diese Weise ein gemütliches Ambiente zum Wohlfühlen.