Judith Canins

Judith Canins

Das Grödner Holzspielzeug entstand um 1600, wurde bei der Pariser Weltausstellung gezeigt, durch Wanderhändler europaweit vertrieben und ernährte die Familien im Grödnertal bis 1930. Danach wurde kein Holzspielzeug mehr angefertigt. Vor ein paar Jahren begann jedoch Judith Canins, Bildhauerin aus St. Ulrich im Grödnertal, Südtirol, diese alte Volkskunst wieder zu beleben. Mit besonderer Liebe und großem Geschick reproduziert sie Holzspielzeug nach alten Modellen.

Grödner Familien waren schon um 1600 tüchtige Kaufleute und verkauften schon damals Klöppereien und Strickwaren. Sie verstanden es bald, mit Holzspielzeug eine Marktlücke zu füllen, und für viele wurde die Herstellung eine Lebensexistenz in der kargen Bergwelt. Am Anfang waren es sehr individuelle Holzspielzeuge, die sich mit der Zeit verfeinerten. Objekte wie Krippenfiguren, Tiere, Puppen in allen Größen, Pferdchen und Schaukelpferdchen, Bewegungs- und Kalkulationsspiele wurden in minutiöser Handarbeit gefertigt.

Zunächst waren die Spielzeuge naturfarben, da man die Maltechnik noch nicht beherrschte. Aber nach kurzer Zeit und vielem Herumreisen lernten die Grödner schnell die Technik des Fassens und die der Leinmalerei. Um 1800 lebte die ganze Grödner Bevölkerung von dem Erwerb des Holzspielzeugs, das bis 1930 hergestellt wurde.
 
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